Ortsgeschichte

Gersdorf - ein Ortsteil der Gemeinde Leinburg

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Lage

Gersdorf befindet sich etwa 20 Kilometer östlich von Nürnberg, in der Mitte des Städtedreiecks Altdorf, Hersbruck und Lauf. Am Südwesthang des Nonnenbergs gelegen, gehört der Ort zum Randgebiet der fränkischen Alb. Bis zur Gebietsreform 1978 war Gersdorf eine selbständige Gemeinde bestehend aus den Gemeindeteilen Gersdorf, Gersberg, Pötzling und Reuth. Seitdem gehört Gersdorf zur Großgemeinde Leinburg.

Erste urkundliche Erwähnung

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1265 zurück. Hierbei spielt das Kloster zu Engelthal eine bedeutende Rolle. In der Urkunde wird beschrieben, dass der Nürnberger Burggraf Konrad am 23. März 1265 seinen Besitz zu Entenberg, Gersberg, Diepersdorf, Oberhaidelbach, Peuerling, Gersdorf, Weihersberg und Stockach (bei Gersdorf - abgegangen) an das Kloster verkauft.

Im lateinischen Urkundentext wird von Gerhartsdorf gesprochen. Es ist also davon auszugehen, dass am Fuße des Nonnenberges ein Gerhart siedelte, nach dem der Ort benannt wurde. Bis ins 19. Jahrhundert taucht lediglich diese Form des Ortsnamens auf, wenn auch manchmal etwas abgewandelt (z.B. Gerharsdorf). Erst im 19. Jahrhundert wird der Name Gersdorf verschriftlicht.

Bedeutende geschichtliche Ereignisse im Überblick

1265 verkauft der Nürnberger Burggraf Konrad unter anderem seinen Besitz zu Gersdorf (Gerhartsdorf) dem Kloster Engelthal (erste urkundliche Erwähnung).

1283 gibt Pfarrer Otto von Lauterhofen, ein Herr von Steinling, dem Konvent von Engelthal unter anderem ein Gut zu Gersdorf (Gerharsdorf), das er von Dietrich von Raitenbuch gekauft hatte (zweite urkundliche Erwähnung).

1335 gibt Kaiser Ludwig den Engelthaler Untertanen zu Entenberg, Pötzling und Gersdorf Holzrechte im Reichswald.

1350 zählt Gersdorf 12 Untertanen,
in Folge von Missernten sind es 87 Jahre später nur noch 8.

Im Verlauf des bayrischen-pfälzischen Krieges wird Gersdorf 1504, nach 9 Monaten der schrecklichen Verwüstung, ein Nürnbergisches Dorf.

Mit der Einführung der Reformation in der Stadt Nürnberg kommt die Lehre von Martin Luther 1525 auch nach Gersdorf. Bis dato war Gersdorf römisch-katholisch.

1618 bis 1648 - Die Zeit des dreißigjährigen Krieges
Während der Kriegsjahre ziehen immer wieder Truppen durch das Gebiet um Gersdorf. Hierbei kommt es nicht selten zu Zerstörung und Blutvergießen. Aber auch Krankheiten fordern in dieser Zeit ihren Tribut.

1792 hat Gersdorf 21 Häuser (Hausnummern).

1806 wird Bayern ein Königreich und Nürnberg samt seinem Gebiet der Krone Bayern einverleibt. Somit kam auch Gersdorf unter bayerische Obrigkeit.

1818 wird Gersdorf zur Gemeinde. Im Zuge des Gemeindeedikts werden die Dörfer Gersberg und Pötzling sowie der Weiler Reuth der Gemeinde Gersdorf zugewiesen. Der erste Ortsvorsteher der Gemeinde Gersdorf ist Johann Perl (Gersdorf 5, 1818 - 1824).

1824 besteht Gersdorf aus 23 Häusern (Hausnummern) und 153 Einwohnern.

1869 wird der Männergesangverein Gersdorf gegründet, der bis heute besteht. Außerdem trägt der Ortsvorsteher der Gemeinde Gersdorf seit diesem Jahr den Titel "Bürgermeister".

1877 wird die Freiwillige Feuerwehr Gersdorf gegründet. Sie hat bis heute Bestand.

1914 bis 1918 - die Zeit des 1. Weltkrieges
Der 1. Weltkrieg fordert auch in unserem Gebiet seine Opfer. 14 Männer kehrten nicht mehr zurück.

1929 errichtet der Gemeindeverein Nürnberg-Wörth in Gersdorf ein Erholungsheim. Dieses wird später das evangelische Altenheim, das über viele Jahre zum Ortsbild gehört. Erst im Jahr 1996 wird der Betrieb eingestellt und im Jahr 1997 wird das Gebäude abgerissen.

1936 besteht Gersdorf aus 46 Häusern (Hausnummern)

1939 bis 1945 - die Zeit des 2. Weltkrieges
Auch der 2. Weltkrieg fordert in der Gemeinde Gersdorf viele Opfer. 19 Männer sind gefallen oder werden auf den Kriegsschauplätzen vermisst. Die Nacht des 31. März 1944 war für die Bevölkerung wohl das schlimmste Kriegserlebnis. 795 alliierte Bomber beladen mit 2500 Tonnen Spreng- und Brandbomben waren gestartet, um Nürnberg dem Erdboden gleich zu machen. Durch heftige Gegenwehr wurden Teile abgedrängt, die sich über den Moritzbergdörfern ihrer tödlichen Last entledigten. In Gersdorf brannten 19 Gebäude ab. Die Amerikaner marschieren am 16. April 1945 über Entenberg kommend kampflos in Gersdorf ein.

1945 kommen Flüchtlinge aus dem Sudetengau und aus der Hohen Tatra nach Gersdorf und werden bei Familien einquartiert. Viele von ihnen werden in Gersdorf sesshaft.

1950 besteht Gersdorf aus 42 Häusern und 308 Einwohnern.

1953 wird der Schützenverein Gersdorf gegründet, der bis heute besteht. Im Jahr 1977 wird neben den Schützen eine Tischtennisabteilung ins Leben gerufen. Außerdem existiert eine Damengymnastikgruppe.

1954 wird das Schulhaus seiner Bestimmung übergeben. Gersdorf hat erstmals eine Schule mit 8 Klassen.

1967 formiert sich der Stammtisch „Die Glänzer“. Auch er gehört bis heute zum Vereinsbild des Ortes.

1976 wird die Gersdorfer Schule in die Grund- und Teilhauptschule Leinburg-Diepersdorf eingegliedert. Im Schulhaus entsteht ein Kindergarten.

1977 wird das Gersdorfer Schützenhaus am Eichenhain eingeweiht.

Im Zuge der Gebietsreform 1978 verliert die Gemeinde Gersdorf seine Eigenständigkeit und wird in die Großgemeinde Leinburg eingegliedert. Der letzte Gersdorfer Bürgermeister ist Andreas Buchner (Gersdorf 8, 1966 - 1978).

1995 wird das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Im Obergeschoss des Gebäudes findet der Kindergarten Platz für eine Erweiterung.

Seit 2012 findet die Gersdorfer Kirchweih jährlich im Gersdorfer Schützenhaus statt. Im Gasthof "Schwarzer Adler", in dem bis dahin gefeiert wurde, wird in diesem Jahr der öffentliche Betrieb eingestellt. Dort werden bis 2015 Asylbewerber untergebracht.

Im Jahr 2015 wird mit einem dreitägigen Fest und großem Festprogramm das 750-jährige Dorfjubiläum gefeiert. Highlight war sicherlich der Rundgang durch den Ort, bei dem am Sonntag tausende Gäste aus Nah und Fern Gersdorf zu Fuß erkundeten.

Download Festprogramm der 750-Jahrfeier (jpg, 491kB)
Rundgang am Festsonntag (Download des Plans mit Stationen) (pdf, 296kB)

Ab September 2016 beginnt der Umbau des Gersdorfer Kindergartens. Das ehemalige Gersdorfer Schulhaus, das über Jahrzehnte das Ortsbild prägte, wird abgerissen und macht Platz für einen Neubau. Der 1995 eingeweihte Gebäudeteil, in dem neben dem Kindergarten auch die Feuerwehr untergebracht ist, bleibt erhalten. Wegen des Umbaus zieht der Kindergarten vorübergehend in Container, die auf dem Bolzplatz aufgestellt werden.

Der Thailändische Kulturverein e.V. Nürnberg „Wat Thepwongsaram“ kauft und renoviert 2016 das leerstehende Gasthaus „Schwarzer Adler“. Zur Eröffnung wird am 10. Dezember 2016 ein Tag der offenen Tür veranstaltet.

Am 18. April 2018 wird der Neubau der Kindertagesstätte "Sterntaler" offiziell eröffnet. Aufgeteilt in vier Gruppen finden dort etwa 100 Kinder Platz.

750 Jahre Gersdorf

Gersdorf
in der
Gemeinde Leinburg
1265-2015

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